Tan Düsterfeld und Jan-Philip Schäfer

Studio „Osthafen Frankfurt“

Die Bedeutung der in den Frankfurter Häfen traditionell umgeschlagenen Massengüter wie Getreide, Schrott und Chemikalien, vor allem aber Öl und Kohle wird in naher Zukunft abnehmen. Auch wenn in jüngerer Zeit die Verladung und der Umschlag von Containern eine immer wichtigere Rolle spielt, ist davon auszugehen, dass hier zunehmend Flächenpotentiale frei werden.

Das Gebiet um den Frankfurter Osthafen ist im Begriff, eine weitreichende Transformation vom reinen Standort für Industrie und Gewerbe zum attraktiven Stadtteil mit buntem Nutzungsmix zu durchlaufen.

Mit der Einrichtung des Hauptsitzes der Europäischen Zentralbank hat das Frankfurter Ostend nicht nur einen Wolkenkratzer bekommen, sondern mit der Einrichtung des Hafenparks am Mainufer auch eine bemerkenswerte städtebauliche Aufwertung erfahren. Einzelne kulturelle Interventionen in der Industrielandschaft, der bereits fortgeschrittene Umbau der Hanauer Landstraße sowie die Entwicklungen am Offenbacher Hafen weisen ebenfalls deutlich in diese Richtung.

Unweit der Bankentürme, welche die Frankfurter Stadtsilhouette in besonderem Maß prägen, bietet der Osthafen mit leerstehenden Bestandsgebäuden, untergenutzten Lagerflächen und Industriedenkmälern stadtnah und durch den Ostbahnhof gut an das Stadtgebiet angebunden Potentiale zur Weiterentwicklung und Nachverdichtung.

Im Rahmen des Studios sollten neue Ideen und Konzepte für das Gebiet und den Bestand entwickelt werden.

Das Studio wurde von Herrn Professor Christian Schühle und dem Lehrbeauftragter Robert Bartos von der Architekturfakultät geleitet.

Nach Meinung der Jury begeistert beim Vorschlag für die Transformation eines leerstehenden Gewerbekomplexes in einen lebendigen Universitätscampus im Frankfurter Osthafen der ganzheitliche Entwurfsansatz für ein eigenständig entwickeltes Nutzungskonzept. Von der städtebaulichen Weiterentwicklung des Gebäudevolumens, über die virtuose Schaffung attraktiver Raumqualitäten, den klugen Einsatz innovativer Holzbautechniken bis zur ästhetischen Gestalt baukonstruktiver Details überzeugt die Arbeit auf allen Maßstabsebenen der Architektur. Besonders beeindruckend ist die kongeniale Übereinstimmung zwischen den aussagekräftigen Plandarstellungen und Modellen, der einprägsamen Bildsprache der räumlichen Impressionen, und den unprätentiösen Erläuterungen im Rahmen der Präsentation.

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Daniel Golfmann und Jan-Philip Schäfer

Studio „Foro boario ricollocato: Foro Mercato“

Ein Meisterwerk des Brutalismus, zugleich eine der größten Vieh-Auktionshallen der Welt, steht seit 50 Jahren leer an der Peripherie von Padua. Das Studio sollte den Systembau aus Betonfertigteilen von seinem Koma am Rande einer Autobahn erlösen und die Einzelteile in die Innenstadt von Padua transportieren. Dort, auf einem großen Parkplatz im Zentrum, sollten die Elemente des Foro Boario neu konfiguriert und in neuer Form einer zeitgemäßen Nutzung zugeführt werden und so die Stadtgesellschaft bereichern. Das Kernthemen des Entwurfsstudios war die Adaptierung der baulichen Struktur an die Anforderungen des neuen Ortes und der heutigen Zeit.

Das Studio wurde von den Herren Professoren Jochen Specht und Arthur Wolfrum von der Architekturfakultät geleitet.

Nach Meinung der Jury zeigt die Studienarbeit zur Wiederverwendung des Systembaus der ehemaligen Viehauktionshallen von Padua für eine neue Form zeitgemäßer Nutzungen im Stadtzentrum, welches große Potential in einer elementierten Bauweise liegt. Aufbauend auf einem klugen Verständnis der Bestandsstruktur gelingt es den Entwurfsverfassern auf faszinierende Weise, durch die Neukonfiguration der Bauelemente ein besonderes Raumerlebnis für eine Markthalle und Mobilitätsstation zu schaffen, das sich in den historischen Kontext der italienischen Provinzhauptstadt überraschend gut einfügt.

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